Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Wirtshaus Pfeiffer

.... Fortsetzung

Was hinter den Kulissen los war, lässt sich erahnen, wenn Stubenrauch und Havestadt Ausgestaltung und Mehrausgaben vor denjenigen rechtfertigen, „welche geneigt sind, aus praktischen Erwägungen heraus, einem so genannten Nutzbau auch nur notwendige oder rein nützliche Aufwendungen zuzubilligen“.

Ihre Rechnung ging auf. Die Ausflügler kamen mit der dampfgetriebenen „lahmen Ente“ der Groß-Lichterfelder Straßenbahn vom Bahnhof Lichterfelde-Ost über Teltow und Stahnsdorf, zu Fuß von Zehlendorf und Wannsee oder mit der Personenschifffahrt von Neu Babelsberg. Nach dem der Kreis Teltow die legendäre Linie 96 am 1. April 1906 für 850.000 Goldmark gekauft hatte, wurde die Strecke sogar elektrifiziert und bis zur Kleinmachnower Schleuse verlängert.

Für den „Baedeker Berlin und Umgebung“ erhob sich seinerzeit „ein prächtiges Bauwerk mit so vornehmen Gasträumen, wie man Mühe hat, sie in der Reichshauptstadt zu finden“. Der Gastwirt Hermann Pfeiffer offerierte „Diners, Soupers und sämtliche Delikatessen der Saison“, selbstverständlich garniert mit wöchentlichen Militärkonzerten. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bauherren wurde im Sommer auf dem Plateau (zwischen heutiger Mittel- und Nordkammer) eine Restaurantterrasse eingerichtet. Von weiß gedeckten Tischen aus sah man „die aus dem Unterwasser in die Schleuse auf-, bzw.. aus der Schleuse in die Havelhaltung absteigenden Schiffe, von der auf der unteren Leitwand sich bewegenden Laufkatze geführt, während ein Ausblick nach oben den Auf- und Abstieg der Schiffe in den Schleusenkammern und den Vorgang des Füllens und Entleerens derselben zeigt“.

Im Schleusen-Wirtshaus selbst gab es Lokalitäten für Wein und Bier, einen Festsaal für 270, einen kleinen für 50 Personen und Fremdenzimmer. Geöffnet war sommers wie winters. „In voller Länge des Unterhauptes schloss sich eine nach Westen offene Galerie an, mit einem in der Mittelachse der beiden Schleusenkammern sich öffnenden Durchgang, bestimmt, dem Publikum die Einzelheiten des Schleusenbetriebes sichtbar zu machen.“ Die prächtige Aussicht in das untere Bäketal gab’s gratis.