Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Unter dem Kanal

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Das wundert nicht, weil die Baugeschichte der Berliner U-Bahn viel mit dem Auf und Ab der deutschen Geschichte zu tun hat. Gebaut wurde immer in Phasen, bis zum Ersten Weltkrieg, in den zwanziger Jahren und nach dem Mauerbau. 1902 wurde die erste Strecke als Hochbahn zwischen Warschauer Straße und Zoologischer Garten eingeweiht. 2007 soll eine neue Linie den Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) mit der Station Unter den Linden am Brandenburger Tor verbinden. Dazwischen gab es den Kalten Krieg und Kuriositäten: Die U 2 zwischen Pankow und Ruhleben wurde in der Stadtmitte zwischen West und Ost aufgeteilt. Die Nord-Süd-Linien fuhren von „West nach West“ ohne Halt durch die Bahnhöfe des Ostteils. Längst gibt es wieder nur ein Netz mit 170 Bahnhöfen und neun U-Bahnlinien auf 146 Kilometern.

Die Verlängerung nach Süden für die 6,2 Kilometer lange Strecke von Grenzallee nach Rudow wurde in drei Abschnitten eröffnet: Grenzallee-Britz-Süd (1963), Britz-Süd-Zwickauer Damm (1970) und Zwickauer Damm-Rudow (1972). Interessant ist, dass die Ingenieure von 1930 das Gefälle der beiden Hauptgleise in Richtung Blaschkoallee bereits miterstellt und unmittelbar vor dem Teltowkanal enden ließen. Dort setzte am 2. November 1959 der Weiterbau an.

Die U 7 hat 40 Stationen und ist mit 31,8 Kilometern die längste Berliner Linie. Sie verbindet in 57 Minuten zwölf Ortsteile: Spandau, Haselhorst, Siemensstadt, Charlottenburg-Nord, Charlottenburg, Wilmersdorf, Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln, Britz, Gropiusstadt und Rudow. Dort ist momentan Endstation. Angedacht ist eine Verlängerung zum Flughafen „Berlin Brandenburg International“ in Schönefeld.

Unter dem Teltowkanal rauscht demnach alle zweieinhalb Minuten eine U-Bahn durch. Kein Problem für unten und oben. Die Durchfahrtshöhe für Schiffe beträgt hier 4,7 Meter, die Durchfahrtsbreite 20 Meter und die Wassertiefe zwei Meter, ausreichend für jene Schleppkähne, die derzeit auf dem Kanal unterwegs sind. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin hat in den Schiffskarten zwei gelbe Zeichen gesetzt, die den Schiffern zwar freie Durchfahrt signalisieren, aber zugleich einen Gegenverkehr verbieten, um einer Beschädigung des Tunnelschachts vorzubeugen. Sicher ist sicher, sagte sich aber auch die BVG, und ließ im Untergrund der Station Grenzallee schwere Hubtore einbauen, die bei einem Wassereinbruch die Bahnanlagen schützen können.

Das wäre im Fall des Falles auch nötig, da sich auf der Südseite des Bahnhofs zwischen den beiden Durchgangsgleisen heute zwei so genannte Kehrgleise befinden. Diese münden nach einer Linkskurve schließlich in die Zufahrt für den geplanten Betriebsbahnhof. Unmittelbar danach endet das unterirdische Areal an einem Tunnelmund, über den die Betriebsgleise offensichtlich ans Tageslicht geführt werden sollten. Die geräumige Tieffläche wird heute von einer Elektrofirma als Lager genutzt.

Nachzutragen ist, dass der Teltowkanal auch von der Linie U 6 Alt-Tegel-Alt-Mariendorf geschnitten wird. Nach dem U-Bahnhof Tempelhof verläuft die Strecke gradlinig Richtung Süden und trifft an der Stubenrauchbrücke auf den Teltowkanal. Für diese Hürde ließ man sich eine besondere Konstruktion einfallen: Dort ist ein Bauwerk aus zwei Teilen entstanden, die eigentliche Brücke für die Fahrbahn und ein kastenförmiger Betonbaukörper, in dem U-Bahn-Schacht nebst U-Bahnhof „Ullsteinstraße“ unter der östlichen Fahrbahnspur über dem Kanal „hängen“. Da für die Schiffe eine Durchfahrtshöhe von 4,60 Meter eingehalten werden musste, wurde die Straßenebene auf 1,20 Meter über dem ursprünglichen Niveau angehoben. Der „niedrig hängende“ Betonkasten steht einem Ausbau des Teltowkanals im Wege.