Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Ein Jahrhundertbauwerk feiert Geburtstag

... Fortsetzung

Wenige Jahre nach der Inbetriebnahme der 37,83 Kilometer langen Schifffahrtsstraße veränderte sich die Landkarte rund um die Hauptstadt des Kaiserreichs. Der Kreis Teltow verlor im Norden nach Charlottenburg (1877), Rixdorf und Schöneberg (beide 1899) nun auch Wilmersdorf (1907), das wie die anderen Städte und Gemeinden nach Selbstständigkeit strebte. Mit der Bildung Groß-Berlins im Jahr 1920 lag schließlich ein großer Teil des Wasserwegs auf Berliner Gebiet. Bereits ein Jahr zuvor war der Kreis-Kanal zu einer Reichswasserstraße erhoben worden, verwaltet von einer Aktiengesellschaft, an der Kreis und Reich gemeinsam beteiligt waren.

Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung des Teltowkanals war enorm. Als „Vorfluter“ der südlichen Berliner Bezirke und der wachsenden Vorstädte schaffte er die hygienischen Voraussetzungen für deren weitere bauliche Verdichtung. Industriebetriebe siedelten sich an, Häfen wurden gebaut. Der Bauboom, von dem Berlin und seine Vororte erfasst wurden, wäre ohne Transport von Baumaterialien auf dem Teltowkanal kaum möglich gewesen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, dem Mauerbau und der Teilung Berlins markierte der Teltowkanal die deutsch-deutsche Grenze. Sie verlief schwer durchschaubar zum Teil genau in der Mitte der Wasserstraße, andere Abschnitte des Kanals lagen dagegen entweder in ganzer Breite auf dem Gebiet der DDR oder West-Berlins. Ketten und Gitter, die quer über das Wasser gespannt waren, versperrten den Weg. Für die Schifffahrt gab es kein Durchkommen mehr. Mehrmals versuchten DDR-Bürger, die Wasserbarriere schwimmend zu überwinden. Einige von ihnen starben im Kugelhagel der Grenzsoldaten und ertranken.

Inzwischen verbindet der Teltowkanal im wiedervereinigten Deutschland wie in alten Zeiten Potsdam und Berlin, aber auch zwei Bundesländer miteinander. Er mobilisiert Bürger der anliegenden Gemeinden, sich für den Erhalt seiner Auen und Ufer einzusetzen, beschäftigt Bauingenieure und Wasserbauer und ist auf diese Weise erneut zu einer Herzensangelegenheit der ganzen Region geworden.

Zum 100. Geburtstag der Wasserstraße erschien 2006 im Oase-Verlag Badenweiler www.oaseverlag.de das Buch „Teltowkanal“, eine Beschreibung von Geschichte und Gegenwart des Schiffsweges - verbunden mit einer Schilderung von 62 Stationen am Kanal. Mit freundlicher Genehmigung der beiden Herausgeber Peter Hahn und Jürgen Stich werden an dieser Stelle einige Kapitel des Buches vorgestellt. Die Karten hat die Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt, bearbeitet hat sie Oliver Flint www.geobasis-bb.de.