Inhalt: Die Teltowwerft
.... Fortsetzung
Da in unmittelbarer Nähe am Kilometer TeK km 11,29 der Buschgraben die Grenze zwischen West-Berlin und der DDR markierte und von hier bis Kilometer TeK km 10,52 die Schiffswartestellen der Grenzübergangsstelle Kleinmachnow lagen, wurde „aufgrund zwischenstaatlicher Vereinbarungen zwischen der Regierung der DDR und dem Senat von Berlin (West) über die Öffnung des Teltowkanals für den Schiffsverkehr von Westen her“ nach dem 20. November 1981 von den Grenztruppen eine begeh- und befahrbare Behelfsbrücke für den Kolonnenweg über den Kanal gelegt. Damit hatten sich die Kontrolleure die Möglichkeit geschaffen, die Wasserstraße von der Südseite aus schon im Vorfeld zu überwachen. Nach der Wiedervereinigung wurden Grenzanlagen und Überwachungsbrücke, so die Zugezogenen, „leider abgerissen“.
Mit dem Mauerbau musste die Teltowwerft ihre Tätigkeit einstellen. Geblieben ist der Hafen, der wie ein kurzer Stichkanal in das Gelände an der Zehlendorfer Sachtlebenstraße gebaggert wurde. Etwas Leben kam später wieder hinein, zumindest sind heute am Kai ab und an Arbeitsschiffe der seit einhundert Jahren auf Wasserbau spezialisierten Firmen von Johann Bernhard Bunte aus Papenburg und Heinrich Hirdes aus Duisburg sichtbar. Alles weitere ist offen.
Im Hafengelände selbst, so heruntergewirtschaftet es sich auch präsentiert, hat sich einiges aus der Entstehungszeit erhalten. An der Hafeneinfahrt ist aus dem früheren Dienstgebäude inzwischen ein zweistöckiges Wohnhaus geworden. Gleich dahinter sind die Strukturen des ehemaligen Kraftwerkgebäudes auszumachen. Es bestand „aus einem zweischiffigen Hallenbau, dessen einer Teil die Maschinen und dessen anderer die Kessel aufnimmt. Der dem Kanal zugekehrte Kopfbau der Kesselhalle ist mehrstöckig ausgebaut. Im Erdgeschoss des Kopfbaues befinden sich die Geschäfts- und Lagerräume, im ersten Stock die Dienstwohnung des Betriebsleiters des Werkes, während im Dachgeschoss noch zwei Wohnungen für den Maschinenmeister und Oberheizer untergebracht sind“. Das alles ist noch nachzuvollziehen.
Die Bauverwaltung wollte alle wichtigen Betriebe des Kanals, also auch die Stromerzeugung, in eigener Hand behalten. Mit der Errichtung des elektrischen Kraftwerks und der Abgabe von billigem Strom sollte die Industrie herangezogen und die wirtschaftliche Aufwertung des Geländes erreicht werden. Vorstellen kann man sich heute allerdings kaum, dass vor diesem Quartier über die gesamte Frontlänge eine offene Lagerfläche war, „an welcher die Kohlen, die tunlichst nur zu Wasser herangeschafft werden, vermittels eines elektrischen Krans gelöscht werden. Der Kohlenhof ist so groß angelegt, dass auf ihm der ganze Winterbedarf des Kraftwerkes untergebracht werden kann“.
Nachzutragen ist, dass das Wasser für die Dampfmaschinen des Kraftwerks selbstverständlich aus dem Kanal angesaugt wurde. Was nach dem Filtern nicht gebraucht wurde, floss „durch eine Rohrleitung, etwa 100 Meter abwärts der Entnahmestelle, wieder in den Kanal zurück“. Was wäre wenn: Die Neuzugänge hätten andere Sorgen.