Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Der graue Riese

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Das Klinikum sollte im Bezirk Steglitz zwischen Hindenburgdamm, Klingsohrstraße, Birkbuschstraße und dem Teltowkanal entstehen. Die Amerikaner beauftragten damit die Architektenbüros Curtis und Davis aus New Orleans und den Berliner Co-Architekten Franz Mocken. Am 21. Oktober 1959 traf man sich zur Grundsteinlegung. Willy Brandt erklärte: „Es wird der medizinischen Wissenschaft helfen, es wird dem Krankenhausneubau in Deutschland neue Wege weisen“. Nach einer elfjährigen Planungs- und Bauphase wurde am 9. Oktober 1968 die Einweihung des ersten Großklinikums der Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Mit 160.000 Quadratmeter Fläche, 1.350 Betten und Kapazitäten für 35.000 Patienten im Jahr wurde das modernste Krankenhaus Europas übergeben.

Verbaut waren in den drei miteinander verbundenen Gebäudekomplexen, einem Flachbau für die Versorgung, zwei Bettenhäusern und dem zentralen Behandlungstrakt, 8.700 Tonnen Stahl, 3,5 Millionen Ziegelsteine, 20.000 Quadratmeter Glas und 1.216 Kilometer elektrische Leitungen. Nach einem halbjährigen Probebetrieb kamen ab 3. März 1969 die ersten Patienten. Dafür standen elf Kliniken mit 16 Operationssälen, Ambulanzen, Laboratorien, Röntgendiagnostik, Strahlentherapie und physikalische Therapie zur Verfügung. Das Personal bestand aus 355 Ärzten, 295 Assistenzärzten, 805 Krankenschwestern und Pflegern sowie weiteren 1.600 Beschäftigten.

Mit dem Universitätsklinikum der FU entstand das erste Großkrankenhaus Europas, das alle Kliniken und Institute unter einem Dach vereinte. Im Innern war alles auf eine hochspezialisierte klinische Betreuung inklusive Forschung und Lehre eingerichtet. Das erklärt die beträchtlichen Mittel von 304 Millionen DM, von denen 58,3 Millionen, also nur ein Fünftel der Kosten, von den USA, wohl als Ausgleich für die Beschlagnahme des Stubenrauch-Krankenhauses, getragen wurden. 35 Jahre später wurde „in Anerkennung der Verbundenheit mit Amerika und der amerikanischen Hilfe“ die Steglitzer Einrichtung 1994 in „Universitätsklinikum Benjamin Franklin" umbenannt.

Im Zuge der Neuordnung der Berliner Krankenhauslandschaft musste das Universitätsklinikum Steglitz mit rund 1200 Betten und 36 wissenschaftlichen Einrichtungen in einem zweiten Schritt im Jahre 2003 seine Eigenständigkeit aufgeben und mit der Charité fusionieren. Damit waren alle vier Standorte der heutigen Hochschulmedizin von Berlin unter einer Leitung zur "Charité - Universitätsmedizin Berlin" und damit zum größten Klinikum Europas vereint.

Der Moloch umfasst heute 85 Kliniken, 55 Institute und 3000 Wissenschaftler und Ärzte, verteilt auf die Abteilungen Campus Benjamin Franklin, Campus Berlin-Buch, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum. Getreu der Mission "Forschen, Lehren, Heilen, Helfen" widmen sich dort 15.000 Mitarbeiter der Krankenversorgung, der Wissenschaft und der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses.

Entscheidend sind nun die jährlichen Zahlen: 123.000 stationäre und 900.000 ambulante Behandlungen, ein Umsatz von gut einer Milliarde Euro, rund 100 Millionen Euro externe Forschungsgelder. „Die Charité ist als zweitgrößter Arbeitgeber der Hauptstadt auch ein entscheidender Wirtschafts- und Innovationsfaktor für die Region Berlin-Brandenburg.“