Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

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Inhalt: Geschichte

Griebnitzkanal (GrK)
km 0,25 Abzweigung aus dem Teltowkanal (TeK), Griebnitzsee, bei km 3,26 bis 3,90 Einmündung in den Großen Wannsee (GWS) km 3,50

Der Griebnitzkanal (GrK) wird mitunter auch „Kleine Wannsee Seenkette“ genannt. Er besteht aus dem Kleinen Wannsee, dem Pohlesee, dem Stölpchensee und zwei Teilen des Prinz-Friedrich-Leopold-Kanals. Diese Bundeswasserstraße mit einer Gesamtlänge von 3,9 Kilometern verbindet den Großen Wannsee mit dem Griebnitzsee. Entstanden ist sie im Zusammenhang mit dem Bau des Teltowkanals in den Jahren zwischen 1901 und 1906.

GRK Leopold-Kanal
Karte Prinz Friedrich Leopold Kanal um 1910

In der von Baumeister Christian Havestadt zur Eröffnung des Teltowkanals am 2. Juni 1906 verfassten Festschrift heißt es: „Im Anschluss an den Teltowkanal ist ferner noch, vom Griebnitzsee ausgehend, durch den Stölpchen- und Kleinen Wannsee eine schiffbare Verbindung zum Wannsee hergestellt worden. Dieselbe ist für den Güterverkehr nur von lokaler Bedeutung; hauptsächlich ist sie bestimmt, die vorgenannten, landschaftlich bevorzugten, bisher von der Havel abgetrennten Seen, für den Personen- und Vergnügungsverkehr aufzuschließen und gleichzeitig einen wirksamen Spülstrom aus dem Wannsee durch die bereits stark versumpfte Seenkette bis zur Glienicker Lake zu leiten.“

Leider erfährt man nicht, warum die Wasserstraße Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal genannt wurde. Prinz Friedrich Leopold von Preußen (1865-1931) war ganz und gar Militär: 1875 Leutnant, 1885 Oberleutnant, 1888 Rittmeister, 1890 Major, 1893 Oberst, 1893 Generalmajor, 1898 Generalleutnant, 1902 General, 1907 Generalinspekteur und schließlich noch Berater der russischen Armee im Krieg gegen Japan. Als Leiter der Kavallerieinspektion Potsdam war er mehr der Kavallerie als der Marine zugetan. 1889 heiratete er Luise, Prinzessin von Schleswig-Holstein-Sonderburg und Schwester der Kaiserin. Von seinem Wohnsitz, dem Jagdschloss Glienicke, das er 1889 in den Formen der süddeutschen Renaissance gestalten ließ, soll er die Besiedlung der Villenkolonie Nikolassee befördert haben.

Der Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal liegt im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Sein erstes Teilstück zwischen Griebnitzsee und Stölpchensee ist 600 Meter lang. Im Westen erheben sich die Tannenberge und im Osten liegt das Naturschutzgebiet Großes Fenn. Auf halber Höhe überquert die Hubertusbrücke das Wasser. Gleich daneben erwarten das Restaurant St. Hubertusbaude und das Concorde Hotel Forsthaus die Gäste. Wenige Meter weiter am Dampferanleger Stölpchensee tut das auch ein Biergarten unter uralten Bäumen. Wenn dann der massige Vierungsturm der 1858/59 von Friedrich August Stüler erbauten Kirche am Stölpchensee sichtbar wird, beginnt das zweite knapp 300 Meter lange Kanalstück, dass die Verbindung zum Pohlesee herstellt.

Griebnitzkanal Feldwegbruecke
Prinz Friedrich Leopold Kanal, Feldwegbrücke

Der Außenbezirk Neukölln des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin hat an den Kanaleinfahrten nicht ohne Grund einige Schifffahrtszeichen gesetzt. Das weiße quadratische Schild mit roter Umrandung orientiert auf die Lage des Fahrwassers am rechten Ufer. Da der maximal zulässige Tiefgang 1,30 Meter beträgt und der Kanal schmal ist, herrscht für die Durchfahrt von Fahrzeugen über 1,5 Meter Breite Einbahnverkehr: vom Stölpchensee zu jeder vollen, vom Teltowkanal zu jeder halben Stunde – jeweils bis maximal 20 Minuten danach. Vielleicht liegt es an diesen Regeln, dass der Wasseraustausch zu funktionieren scheint, da zwei Drittel des Teltowkanalwassers über den Griebnitzsee in die Havel und ein Drittel über den Griebnitzkanal in den Großen Wannsee gelangen.

Während auf der Glienicker Lake und im Griebnitzsee Höchstgeschwindigkeiten von 12 km/h gestattet sind und auf den übrigen Kanälen der Berliner und Brandenburger Wasserstraßen 8 km/h, sind auf Stichkanälen, Nebenarmen und Altarmen nur maximal 5 km/h erlaubt. Das tut dem Prinz-Friedrich-Leopold-Kanal gut - der Wasserweg hat seinen natürlichen und idyllischen Charakter im Sinne der Schöpfer bewahrt.