Inhalt: Landwehrkanal
Der Landwehrkanal, der zwischen 1845 und 1850 von Peter Joseph Lenné erbaut wurde, diente der Entlastung der Spree als Transportweg. Das Köpenicker Feld sollte erschlossen, das Bauland entwässert und der Materialtransport für Berlin gesichert werden. Der Landwehrkanal verbindet die obere Spree am Osthafen mit der unteren Spree und fließt dabei durch fünf Stadtbezirke Mitte, Kreuzberg, Neukölln, Tiergarten und Charlottenburg. Von der Einweihung am 2. September 1850 nahmen die Berliner Bevölkerung und die Presse kaum Notiz, da der Kanal weit außerhalb der Berliner Stadtmauern lag.Heute befindet sich der 11 km lange Landwehrkanal mitten im urbanen, dicht besiedelten Stadtraum und bildet ein grünes Band, dass eines der wertvollsten Naherholungsgebiete Berlins darstellt. Gleichzeitig ist der Landwehrkanal eine Wasserstraße der Klasse I, die allerdings im Vergleich zur Spree (Klasse IV) seit Jahrzehnten eine untergeordnete Rolle für die Berufsschifffahrt spielte. Eine Renaissance für den gewerblichen Güterverkehr erlebte der Kanal zuletzt beim Bau des Potsdamer Platzes. Heute dient er vornehmlich der weißen Flotte und dem Sportbootverkehr. Nach der Wiedervereinigung und dem Ende der Grenzsituation boomt der Wassertourismus mit ca. 1,1 Mio. Fahrgästen auf rund 800 Fahrgastschiffen und rund fünftausend Sportbooten (2008).
Zum Erhalt des ökologisch relevanten Grüngürtels, des einmaligen Gartenbaudenkmals des 19. Jahrhunderts und zur nachhaltigen Sanierung der Uferbereiche haben sich im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“ zahlreiche Interessensgruppen zusammengeschlossen, die die Bedürfnisse und Belange unterschiedlichster Gruppierungen erfassen und in ein Sanierungskonzept einfließen lassen. Gemeinsam und konsensual gesucht wird nach einer nachhaltigen, umweltgerechten und innovativen Weise der Sanierung des Landwehrkanals. (siehe www.landwehrkanal-berlin.de)