Inhalt: Automatisierung an der Wasserstraße
Automatisierung führt zu einer Verbesserung der Qualität der Prozessführung. Dadurch entstehen Vorteile für Nutzer und Anlieger. Wasserstraßenautomatisierung heißt, Automatisierung der einzelnen Komponenten und deren sinnvolle Verknüpfung. Komponenten an der Wasserstraße können sein:
- Schleusen, die zu fernbedienten oder Selbstbedienungsschleusen werden
- Wehre und Wehranlagen, die automatisch betrieben der Pegel- und
Abflussregelung dienen
- Pumpwerke, die eine Scheitelhaltung automatisch bewirtschaften
- Brücken, die in Fern- oder Selbstbedienung anforderungsgerecht öffnen und
schließen
- Verkehrsregelungen für komplizierte oder einschiffige Bereiche
- Sicherheitseinrichtungen, die automatisch reagieren, wenn überwachte Risiken
entstehen
Das Zusammenfügen dieser Komponenten führt zu einem leittechnischen System, dessen Struktur hierarchisch ist und alle notwendigen Gebrauchswerte liefert. Wichtige Gebrauchswerte sind:
- Möglichkeit der Fernüberwachung
- Fernalarmierung bei Störungen und Gefahren an der Anlage und im Prozess
- Fernzugriff zur Anlage mit dem Ziel der Optimierung des Betriebes
- Ferndiagnose zur Vorbereitung von PU-Maßnahmen und Reparaturen
Da an der Wasserstraße seriell gearbeitet werden kann, entstehen in der
untersten leittechnischen Ebene Staustufenleitsysteme, wo z.B. eine automatische
Wehrsteuerung und eine Selbstbedienungsschleuse visualisiert und bedient werden
können.
Eine Vernetzung von Staustufenleitsystemen führt zur leittechnischen Einrichtung
für einen Wasserstraßenabschnitt.
Die Vernetzung im prozessnahen Bereich wird mit Bussystemen, wie Profibus
realisiert, für die Kommunikation der Teilnehmer mit dem Leitsystem wird
Ethernet verwendet. Mit den höheren Ebenen sind Wählverbindungen auf ISDN-Basis
vorgesehen. Nach dieser Systematik sind z.B. das Wehr Berliner Unterschleuse,
das Pumpwerk Eisenhüttenstadt, die Staustufe Spandau und die Staustufe
Charlottenburg realisiert. Erste Staustufenkette mit Leittechnik werden die
Storkower Gewässer.